Donnerstag, April 15

Intensivbetten werden in Jena und Region knapp +++ Corona-Ticker Jena

Bild: United Nations COVID-19 Response/Unsplash

Montag, 29. März 2021

Inzidenz steigt weiter auf 110 – Ausbrüche in Schulen, Betrieben und Kindertagesstätten

Die Stadtverwaltung informiert über 13 neue Fälle am Sonntag, 28.03.2021 (bis 24 Uhr). Es wird weiterer Todesfall in Verbindung mit der Covid19-Erkrankung bedauert. Die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter auf nunmehr 110,2 (Infektionen in 7 Tagen auf 100.0000 Einwohner*innen).

Hintergründe zum Infektionsgeschehen

Insgesamt wurden seit Freitag 61 positive Coronafälle gemeldet. Die Fälle verteilten sich vorrangig auf das berufliche Umfeld, auf Familien und Infektionen in Schulen und Kindertagesstätten. So wurden seit Freitag Quarantänemaßnahmen für drei weitere Schulen und eine Kita ausgesprochen, nachdem dort sowohl Kinder als auch Personalkräfte positiv getestet wurden.

Kennzeichnend für das aktuelle Infektionsgeschehen sei nach Aussage des Fachdienstes Gesundheit, dass Infektionen schneller auch auf Kontaktpersonen übergehen. Gerade im familiären Bereich zeigt sich, dass oftmals die gesamten Familienmitglieder infektiös werden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Mutationsnachweise stetig zunehmen. Überall dort, wo Menschen in Innenräumen zusammenkommen, steigt aktuell das Risiko.

Aktive Unterstützung bei der Information von Kontaktpersonen

Die Lage im Fachdienst Gesundheit sei erneut sehr angespannt. Die Fallermittlung stehe an erster Stelle und benötigt alle verfügbaren Ressourcen. Es kann deshalb aktuell zu Zeitverzögerungen kommen in der Benachrichtigung der Kontaktpersonen. Das Gesundheitsamt bittet in diesem Zusammenhang um aktive Mitarbeit: „Wenn Personen positiv getestet werden, sollen sie mögliche Kontaktpersonen direkt informieren. Die Kontaktpersonen sollten sich selbständig absondern, bis eine Information des Gesundheitsamtes erfolgt. Nur so kann vermieden werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet„.

Jenaer Statistik vom 28.03.2021 (24 Uhr)
Anzahl aktiver Fälle: 282
davon in den letzten 24 Stunden: 13
stationäre Fälle: 6
davon schwere Verläufe: 2
Infizierungen der letzten sieben Tage: 119
Sieben-Tage-Inzidenz für Jena: 110,2
Infizierte insgesamt seit dem 14.03.2020: 3.243
Gestorbene insgesamt: 63
Genesene insgesamt: 2.898
davon in den letzten 24 Stunden: 1
Quarantänezahl (Stand 22.03.2021): 652

Freitag 19. März

Die Stadtverwaltung gab heute bekannt, dass Schulkinder der Klassenstufen 1 bis 6 Zugang zu kostenlosen Schnelltests erhalten würden. Aus der Pressemitteilung:

Die Schnelltests in Form von qualifizierten Spucktests werden ab Montag, 22.03.2021 an die Jenaer Schulen ausgeliefert und sollen in einem ersten Schritt zunächst für Schülerinnen und Schüler der 1. – 6. Klassen zur Verfügung stehen. Nach einer Evaluationsphase wird über eine schrittweise Ausweitung des Angebotes entschieden.  

Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche sagte: „Impfen, die digitale Kontaktnachverfolgung mit LUCA und Schnelltests zur frühzeitigen Unterbrechung von Infektionsketten gelten als die Erfolgsmaßnahmen zur weiteren Pandemieeindämmung. Das Thema Impfen können wir vor Ort nicht selbst gestalten. Aber bei den beiden anderen Themen sind wir ganz vorn dabei und schaffen Angebote für die Jenaer Bevölkerung, die aktuell noch nicht durch das Land Thüringen bereitstehen.“  

Bürgermeister Christian Gerlitz ergänzte: „Gerade vor dem Hintergrund des sehr dynamischen Infektionsgeschehens, der weiteren Ausbreitung von Mutationsfällen und zahlreichen Infektionen, die sich in den vergangenen Wochen an Schulen und Kindertagesstätten gezeigt haben, müssen wir schnell handeln. Mir war es wichtig, dass wir nach dem frühen und erfolgreichen Start der Testcenter für Jenaer Bürgerinnen und Bürger nun auch rasch ein besonders auf die Grundschulen angepasstes Angebot schaffen. Mit den kostenfreien und freiwilligen Tests an Schulen auch für die Klassenstufen 1-6 können wir Eltern, Lehrern und den Schülern mehr Sicherheit geben und Infektionsketten sehr früh durchbrechen. Ich bin dankbar, dass sich das DRK bereiterklärt hat die Organisation zu übernehmen. Man kann die Schulen mit dieser Aufgabe nicht allein lassen.“

Für Krisenstabsleiter Benjamin Koppe steht fest, dass es neben dem neuen Jenaer Angebot dringend eine Teststrategie für ganz Thüringen braucht: „Eltern und Lehrerschaft treibt dieses Thema seit Wochen um. Lediglich auf Freiwilligkeit und Selbsttests setzen zu wollen, darf in diesem Zusammenhang nicht die ernst gemeinte Antwort des Bildungsministeriums sein. Vielmehr müsse man erneut über ein flächendeckendes Angebot für Schulen und Kindergärten nachdenken und zugleich auch keinen Aufwand scheuen, medizinisch geschultes Personal gezielt einzusetzen.“

Die Schulleitungen aller Jenaer Schulen werden heute über den Ablauf der Schnelltests informiert und erhalten Aufklärungsmaterialien, die sie an die Eltern weiterreichen können. Nur nach vorheriger Zustimmung durch die Eltern werden die Tests durchgeführt. Dabei setzt die Stadt Jena auf das Deutsche Rote Kreuz Jena-Eisenberg-Stadtroda als Projektpartner, um die Tests durch geschultes Personal begleiten zu können. Nur so wird man eine hohe Akzeptanz schaffen, so dass hoffentlich viele Schülerinnen und Schüler von dem Angebot Gebrauch machen werden. Sollten Testergebnisse positiv ausfallen, werden PCR-Tests durchgeführt.

Donnerstag 11. März

Die Stadt Jena meldet eine hohe Nachfrage bei den Schnelltests für Corona und weitet daher Kapazitäten aus. 600 Menschen hätten sich in der ersten Woche bereits im F-Haus und in der Ernst-Schneller-Straße 10 auf das Virus testen lassen, davon 6 mit positivem Ergebnis. Die Öffnungszeiten würden daher umgehend erweitert. In der Pressemeldung der Stadt heißt es außerdem:

Zusätzlich wird im Noll-Garten (Eingang am Durchgang Oberlauen- zur Unterlauengasse) ab Freitag eine weitere Teststation eingerichtet. Hier wird Montag bis Samstag in der Zeit von 10 bis 14 Uhr die Möglichkeit zum kostenlosen Schnelltest für Jenaer Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Wie auch bei den anderen Zentren werden die Tests durch geschultes Personal durchgeführt.

Am Mittwoch wurden der Stadt insgesamt 19 neue Infektionen gemeldet, während 6 Menschen als genesen eingestuft wurden. Die Zahl aktiver Fälle von Covid-19 in der Stadt beläuft sich damit auf 276, mit einer 7-Tage-Inzidenz von 78,7 Infektionen pro 100.000 Einwohner*innen.

Freitag 5. März

Das Land Thüringen hat neue Daten zur Pandemielage veröffentlicht. Die 7-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 128,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner*innen und damit weiterhin ungefähr doppelt so hoch wie der bundesdeutsche Durchschnitt. Auch die Belegung der Intensivbetten durch Covid-Patient*innen ist mit 21,87% der insgesamt verfügbaren Betten weiterhin kritisch.

Zu besorgniserregenden Varianten (Variants of Concern oder VOC) des Coronavirus meldet die Thüringer Staatskanzlei ebenfalls einen neuen Sachstand, der nicht aufatmen lässt: 754 VOC seien inzwischen insgesamt in Thüringen nachgewiesen worden (Jena: 34), davon 656 Fälle der sogenannten britischen Variante B.1.1.7, die als ansteckender gilt. Neu ist dabei die Mitteilung vonseiten des Krisenstabs im Sozialministerium, es sei „mit einer zeitnahen Erhöhung des Anteils der Virusvariante B.1.1.7 auf über 50% zu rechnen.“

Montag 1. März

Das Land Thüringen befindet sich mit einer 7-Tage-Inzidenz von 126,5 im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt von 65,8 weiterhin in einer kritischen Situation. Der Trend seit Februar ist steigend, könnte aber auch auf eine Stagnation hindeuten. In Jena liegt die Inzidenz bei einem niedrigeren, wenn auch kritischen Wert von 54,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen. In der letzten Woche seien acht Mutationen des Coronavirus typisiert worden, so das Gesundheitsamt der Stadt. Zwei Sequenzierungen wiesen die britische Variante nach. Die Pressestelle fügte ihrer Meldung den folgenden Hinweis bei:

Ein recherchierter Fall zeigt die Wichtigkeit der Hygieneregeln: Durch einen infizierten Handwerker, der in einer Wohnung Reparaturarbeiten ausführte, hat sich die dortige Familie angesteckt. Alle Personen trugen keine Maske.

Derzeit sind außerdem 135, also 22% der verfügbaren Intensivbetten im Land Thüringen mit Covid-Patient*innen belegt. Vorläufige Entwarnung könne es erst deutlich unter einem Wert von 20% geben, heißt es in der Lageübersicht der Staatskanzlei. Pro 100 Einwohner*innen haben in Thüringen inzwischen 5,6 eine Erstimpfung erhalten.

Montag 22. Februar

Mit der ab heute gültigen Allgemeinverfügung hat die Stadt Jena das Betretungsverbot des öffentlichen Raums abgeschafft. Die Kontaktbeschränkungen müssen natürlich entsprechend der Landesverordnung weiter eingehalten werden.

Sonntag 21. Februar

Beginn der dritten Welle?

Nach Berechnungen der Organisation Risklayer wurden von den deutschen Gesundheitsämtern am vergangenen Samstag bundesweit 7.147 neue Corona-Sars2 Infektionen gemeldet. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche von 9,9%. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) stellt einen Anstieg der Zahlen fest. Die Inzidenz sei auf 60,2 gestiegen, wie das RKI ermittelt. Den R-Wert geben die Forscher*innen mit 1,07 an. Dies bedeutet, dass 100 Infizierte aktuell 107 weitere anstecken. Deutschland befindet sich wieder in einem exponentiellen Wachstum. Der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Beginn der dritten Welle: „Die 3. Welle beginnt jetzt. Die Frage ist nur, wie schnell und wie stark. Ihr zu begegnen heisst auch, die Impfstrategie zu verändern. Erstimpfung vor, Astra für alle <65 für alle Risikogruppen schneller verimpfen“, schrieb er im Nachrichtendienst Twitter.

Freitag 19. Februar

Schüler*innen können auf Antrag Zuhause bleiben

Wie das Bildungsministerium in einer Allgemeinverfügung geregelt hat können Schüler*innen von der Präsenzpflicht befreit werden. Die
Sorgeberechtigten müssen nachvollziehbare Gründe darlegen. Als Nachvollziehbarer Grund gilt laut Kultusministerium „insbesondere die Vermeidung von Infektionsrisiken, solange am Standort der Schule die 7-Tages-Inzidenz an mindestens einem der vorangegangenen sieben Tagen über dem Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern lag“. Dies betrifft faktisch alle Thüringer Kreise.

DGB-Chef empfiehlt Kinder nicht in die Schule zu schicken

Der Landesleiter des DGB Thüringen empfiehlt und bittet Eltern darum ihre Kinder am Montag nicht in die Schule zu schicken, wie er auf Twitter bekanntgab.

Die Thüringer Gesundheitsministerin Werner räumte im Interview mit MDR Aktuell ein, dass ihr angesichts der aktuellen Lockerungen mulmig sei. Wir befänden uns bereits in der dritten Welle. Auch der Thüringer Eltern- und der Thüringer-Schülerverband kritisieren fehlenden Infektionsschutz in der geplanten Schulöffnungsstrategie.

Thüringen weiter mit höchster Erstimpfungsquote

Thüringen hat mit 4,2 Impfungen auf 100 Einwohner*innen, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts, weiterhin die höchste Impfquote in Deutschland. Die Zweitimpfung haben im Freistaat bereits 2,1% erhalten. Rheinland-Pfalz führt hierbei mit 2,9% die bundesweite Statistik an.

Durchgeführte COVID-19-Erstimpfungen (links) und Zweitimpfungen (rechts) auf Bundeslandebene in Prozent. Grafik: RKI

Neue Landesverordnung in Kraft – nächtliche Ausgangssperre aufgehoben

Das Land Thüringen hat eine neue Coronasonderverordnung verabschiedet. Die Änderungen sind bereits heute wirksam. Wichtigste Änderungen:

  • Die nächtliche Ausgangssperre (22 Uhr bis 5 Uhr) ist abgeschafft.
  • Fahrschulen dürfen wieder öffnen.
  • Die private Betreuung für Kinder bis maximal zwölf Jahren aus maximal zwei Haushalten ist wieder erlaubt.
  • Bei den Kontaktbeschränkungen sollen Kinder bis einschließlich drei Jahren nicht mehr mitgezählt werden
  • Die Mensen des Studierendenwerkes dürfen wieder öffnen
  • An Hochzeiten (Standesamt) und Bestattungen dürfen 25 Menschen teilnehmen
  • Die medizinische Maskenpflicht (ab 15 Jahren) wurde erweitert auf: Dienstleistungsbetriebe, Fahrschulen, Kommunale Gremien
  • Kindertagesstätten öffnen am Montag
  • Grundschulen öffnen am Montag in voller Klassenstärke. Kinder können auf Antrag von der Präsenzpflicht befreit werden.
  • Ab 1. März können weitere Klassenstufen folgen sofern die Inzidenz in der Kommune unter 100 Fälle auf 100.000 Einwohner*innen in 7 Tagen liegt.
  • Ab 1. März sollen Friseurbetriebe,Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien- und Floristikbetriebe wieder öffnen können.
  • Lehrer*innen müssen in Zukunft, im Unterricht, ausnahmslos Maske tragen.

Aktuelle Coronazahlen

Die Stadt Jena meldet 24 neue SARS-CoV-2 Infektionen für Donnerstag.  Die 7-Tage-Inzidenz steigt damit auf 75,8 auf 100.000 Einwohner*innen. Damit ist die Inzidenz den 4. Tag in Folge gestiegen. In einem Seniorenheim ist ein Ausbruchsgeschehen zu verzeichnen. Die gesamte Einrichtung soll am Montag getestet werden.  Auch eine Kindertagesstätte sei durch eine Infektion betroffen. Hier musste eine Lerngruppe ein Quarantäne gesandt werden. Weitere Fälle verteilen sich auf verschiedene Einzelgeschehen.

Es wurden bisher 27 Virusmutationen typisiert. Durch die langwierigere Sequenzierung wurden derzeit 6 B.1.1.7 (Ursprung Großbritannien) und 5  B.1.3.5.1. (Ursprung Südafrika) Mutationen in Jena identifiziert. 

Seit Beginn des Jahres waren im Notbetreuungs-Status in Schulen und Kitas insgesamt 18 Einrichtungen/Gruppen von Quarantänemaßnahmen betroffen aufgrund jeweils eines positiven Falls in den Einrichtungen. Die Fälle haben sich etwa jeweils zur Hälfte auf Schüler und pädagogisches Personal verteilt. Immer wieder treten auch Infektionen im beruflichen Umfeld auf. Die Verbreitung des Virus ist sehr oft auf gemeinsam verbrachte Pausen zurückzuführen. Der Fachdienst Gesundheit appelliert in diesem Zusammenhang, auch im Arbeitsumfeld konsequent auf Kontaktbegrenzungen und Abstandsregelungen zu achten.

Mit Ablauf dieser Woche wurden in 12 von 13 Jenaer Pflegeheimen Impfungen durch das mobile Impfteam der Kassenärztlichen Vereinigung vorgenommen. Die Zweitimpfungen laufen in den Einrichtungen planmäßig.

2 Comments

  • Grosser Klaus

    RostockEs ist immer noch fraglich, ob die frühe Einführung der Maskenpflicht in Jena, einen wesentlichen Einfluss auf die Zahl der Neuinfektionen hatte!
    Laut COVID19-Bulletin der Thüringer Landesregierung (Stand: 7. April 2020, 10 Uhr) hatte die Stadt Jena 137 Infizierte, die Stadt Erfurt 97 Infizierte. Zur Einführung der Maskenpflicht in Thüringen laut COVID19-Bulletin der Thüringer Landesregierung (Stand: 25. April 2020, 10 Uhr), hatte die Stadt Jena 156 Infizierte, die Stadt Erfurt 132 Infizierte. Wenn man bedenkt, dass die Stadt Erfurt doppelt so groß ist, kann ich keinen Unterschied feststellen!

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