Samstag, Dezember 10

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Embargo for Future?
Allgemein, Politik, Schlagzeilen, Überregional

Embargo for Future?

Die Zögerlichkeit der Klimabewegung, massenhaft gegen Aufrüstung auf die Straße zu gehen, müsste uns Sorgen bereiten, wenn Fridays for Future seinen Konformismus nicht schon längst unter Beweis gestellt hätte. Ein Kommentar. Was macht eigentlich die „Generation Klima“ in diesen aufgeheizten und für Frieden frierenden Zeiten? Es ist wahrlich kein Kunststück, eine klare und wohlüberlegte Antwort auf die Frage zu finden, ob der neue Angriffskrieg Russlands zu verurteilen ist oder nicht. Das hat die Bewegung geschafft: Sie stellt sich hinter die Notleidenden in der Ukraine und mobilisiert gegen die Verbrechen von Putins Regierung. Die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Öl-, Gas- und Steinkohleimporten steht genauso im Fokus: Diese habe sich nicht nur klimapolitisch als fehlerhaft erw...
Post-Covid-Politik: Der ewige Ausnahmezustand
Allgemein, Feuilleton, Politik, Überregional

Post-Covid-Politik: Der ewige Ausnahmezustand

Erst Corona, dann Krieg: Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine schlittert die deutsche Gesellschaft vom einen Modus nationaler Geschlossenheit in den nächsten. Davon profitiert ein „Antiimperialismus der Mitte“, für den Aufrüstung das Gebot der Stunde ist. Ein Kommentar. Wirtschaftssanktionen gegen die russische Bevölkerung, Wehrpflichtdebatten, Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet, ein 100 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für die Bundeswehr, die Option eines deutschen Kohle- und Atomkraft-Wiedereinstiegs, ein EU-weites Verbot russischer Staatssender. Es ist nicht einfach, dieser Tage Schritt zu halten. Auch wenn man sich über den einen oder anderen Vorstoß der Ampelkoalition oder EU-Kommission mit Recht streiten mag: Hier ist eine Welle von Rollbacks losgetreten worden, d...
Leserbrief: Wie die Jenaer Hilfsgüter nach Kiew gebracht wurden
Allgemein, Leser*innenbriefe, Regional (Jena), Schlagzeilen

Leserbrief: Wie die Jenaer Hilfsgüter nach Kiew gebracht wurden

Uns hat der folgende Leserbrief erreicht. Er berichtet vom Transport der ersten Ladung Jenaer Hilfsgüter, die das Kassablanca gesammelt hat, am vergangenen Wochenende. Der Redaktion ist der Name des Autors bekannt, dieser möchte aber anonym bleiben. Wie so viele andere haben uns die Bilder und Geschehnisse aus der Ukraine kaum schlafen lassen und es für uns unmöglich gemacht, nichts zu tun. So haben wir am Freitagmittag den Entschluss gefasst zu helfen. Dank der Hilfe einer privaten Spende sind wir losgezogen und haben einen Sprinter mit Kastenaufbau für unverschämtes Geld gemietet. Das Ziel unserer Reise habe ich lieber verschwiegen und dafür den maximalen Versicherungsschutz gebucht. Den ganzen restlichen Freitag haben wir nun versucht, uns mit Mission Lifeline und "StandwithUkrai...
Gedichte gegen den Krieg: Gesten der Ratlosigkeit
Allgemein, Feuilleton

Gedichte gegen den Krieg: Gesten der Ratlosigkeit

Die Kolumne „Klassisch subversiv“ würdigt Bücher aus der Vergangenheit, die noch immer klüger, kritischer und gewitzter sind als unsere verlogene Gegenwart. Im letzten Artikel der Reihe ging es um Oscar Wildes Gefängnisbrief De Profundis. Worüber das Gewimmel an Solidaritätsaufrufen, Sanktionsforderungen, Spendensammlungen und öffentlichen Diskussionen nicht hinwegtäuschen kann: Ratlosigkeit ist in den ersten Tagen dieses Krieges aufseiten der deutschen Bevölkerung das dominante Gefühl. Das Berliner Maxim-Gorki-Theater hat unter dem Titel „Sprachlos die Sprache verteidigen“ für Samstag eine hochkarätig besetzte Lesung in Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung angekündigt. Das widersprüchliche Motto pflegt einen ehrlichen Umgang mit der allgemeinen Ratlosigkeit: Die Verzweiflung z...
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Beitrag zurückgezogen

Wir haben unseren Artikel zur geplanten Veranstaltung der Querdenkenden mit Reichsbürgerbezug zurückgezogen. Wir gehen inzwischen davon aus, dass die zitierten Äußerungen ein Versuch waren, uns und die Öffentlichkeit zu täuschen.
Dauermahnwache der Seebrücke auf dem Holzmarkt
Allgemein, Pressemeldungen, Regional (Jena)

Dauermahnwache der Seebrücke auf dem Holzmarkt

Vom 16.02. bis zum 19.02. 2022 besetzt die Seebrücke Jena für vier Tage den Jenaer Holzmarkt mit einer Mahnwache, um auf die humanitäre Katastrophe an der polnisch-belarussischen Grenze aufmerksam zu machen. Seit August 2021 befinden sich tausende Menschen in einer militärischabgeriegelten Sperrzone in dem Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus. Dort sind sind die flüchtenden Menschen der Gewalt der EU-Grenzschützer sowie Hunger- und Kältetod ausgesetzt. Jonas Howeihe von der Seebrücke Jena bekräftigt: Die schockierende Situation an der polnisch-belarussischen Grenze ist ein neues Kapitel in der Schreckens-Geschichte der EU-Flüchtlingspolitik. Die EU weigert sich, die Menschen aufzunehmen und für ihren Schutz zu sorgen und nimmt so ihr Leid billigend in Kauf. Dem stellen wir uns entsc...
Rechte und linke Medienkritik: Die ewiggestrigen Öffentlich-Rechtlichen
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen, Überregional

Rechte und linke Medienkritik: Die ewiggestrigen Öffentlich-Rechtlichen

Die BBC steht vor dem Aus, die CDU liebäugelt nicht zum ersten Mal mit der Straffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Eine werttreue Linke muss sich gegen die Verramschung der Presselandschaft stellen – auch mit Kritik am ÖRR. Eine Polemik. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht von konservativer Seite immer wieder unter Beschuss. Sei es vonseiten Marktradikaler, die sich einen freien Wettbewerb im Monopolkapitalismus herbeiträumen, von Faschist*innen und ihrer „Zwangsgebühren“-Rhetorik oder von einer CDU Sachsen-Anhalt, deren Landtagsabgeordneter Markus Kurze jüngst in einem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung einen Plan zur Abschaffung der ARD vorstellte. Der Vorschlag, dem sich die Fraktion anschloss, sieht vor, dass die ARD auf lange Sicht kein eigenständiges Programm ...
Queerness, Christus und die Kunst des Lebens: Oscar Wildes vergessener Gefängnisbrief
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

Queerness, Christus und die Kunst des Lebens: Oscar Wildes vergessener Gefängnisbrief

Die Kolumne „Klassisch subversiv“ würdigt Bücher aus der Vergangenheit, die noch immer klüger, kritischer und gewitzter sind als unsere verlogene Gegenwart. Im letzten Artikel der Reihe ging es um Raymond Carvers Stories. Trost ist, auf den ersten Blick, ein konservatives Gefühl. Trost bedeutet vor allem eine Aussöhnung mit dem Bestehenden, trieft von Trauer, Schicksal, Ausweglosigkeit – kurz: Komplizenschaft mit der eigenen Kapitulation. Aber Trost kündet auch von der heilsamen Wirkung menschlicher Gemeinschaft, sei er in einem Gespräch zu finden oder in einem Buch. Darin liegt seine subversive Kraft. Ich werde nie erfahren, wie es ist, für seine sexuelle Orientierung öffentlich gepeinigt und gerichtlich belangt zu werden, habe noch nie die Einsamkeit einer kalten Gefängniszelle er...
Querdenken-Aufmarsch: Polizei mit Hundestaffel gegen Antifa, setzt Presse fest
Allgemein, Schlagzeilen

Querdenken-Aufmarsch: Polizei mit Hundestaffel gegen Antifa, setzt Presse fest

Jena. Am vergangenen Montagabend fand der wöchentliche Aufmarsch von Querdenken statt. Die Querfront hat seit Gründung des stadtweiten Bündnisses „Jena Solidarisch“ vor anderthalb Wochen mit mehr Gegenwind zu rechnen, als den Teilnehmenden lieb ist: Drei Gegenkundgebungen am Holzmarkt, am Markt sowie in der Johannisstraße waren angemeldet. Hunderte waren um 17 Uhr erschienen, um den Impfgegner*innen den öffentlichen Raum streitig zu machen, den sie seit Monaten unter Missachtung von Hygienevorschriften einnehmen. Ziel des neuen Bündnisses ist es, Menschen aus der Zivilgesellschaft zu mobilisieren, die die Querdenken-Aufmärsche ablehnen. Die Demos gegen die Coronaschutzmaßnahmen, zu denen viele in demonstrativer Friedfertigkeit mit Kerzen erscheinen, sind ein Amalgam verschiedener reak...
»Spuren der Arbeit«: Organisierung als Selbstorganisierung
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

»Spuren der Arbeit«: Organisierung als Selbstorganisierung

Jena. Am Freitagabend fand im Lobedaer Ortstreff Emils Ecke eine Buchvorstellung der International Workers of the World (IWW) statt, die das örtliche Frauenstreikbündnis organisiert hatte. Die IWW – auch „Wobblies“ genannt – sind eine Basisgewerkschaft, die Arbeitskämpfe vor allem in den USA und Kanada organisiert und prägend für die anarchistische Bewegung in Nordamerika war. Ein wichtiger Teil ist dabei die klassenkämpferische Grundhaltung – so auch im Buch Spuren der Arbeit, das Geschichten aus dem Alltag von Arbeiter*innen versammelt. Zwei Referenten des deutschen Ablegers der Gewerkschaft haben daraus vorgelesen. Das Buch wurde zu einem Großteil aus dem Englischen übersetzt und geht auf eine Publikation der IWW von 2013 zurück, die Beiträge aus einem linksradikalen Blogprojekt nam...

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