Samstag, Mai 8

Klimaaktivist*innen schicken Bremer Autobahnen in den Lockdown

Bremen. Klimaaktivist*innen legten heute Morgen an mehreren Orten rund um Bremen Autobahnen lahm. Eine Abseilaktion auf der A27 nord-westlich von Bremen wird durchgeführt. Dabei seilten sich Aktivist*innen von Autobahnschildern über den Fahrbahnen ab. Die Polizei sperrte daraufhin die Strecke und verhinderte so das Weiterfahren von Fahrzeugen über die Autobahn nach Bremen. Zudem ersetzten sie die Beschriftung auf den blauen Straßenschildern. Heute war dort zu lesen: „Bremen – Individualverkehr abschaffen“. 

Anlass der Proteste ist die Verkehrsminister*innenkonferenz. In dieser hat Bremen aktuell den Vorsitz. Die Konferenz findet allerdings online und nicht in Bremen statt. Eine Aktivistin, die sich an der Aktion beteiligte erläutert:

Unser Ziel ist, die Kernstadt von Bremen durch unsere Aktion weitgehend autofrei zu machen und durch diese öffentliche, auffällige Protestform den Menschen einerseits die allgegenwärtige Gefahr der Klimakrise vor Augen zu halten, aber vor allem den Verkehrsminister*innen, die heute tagen, ein klares Zeichen zu senden: Wenn diese keine konsequenten Entscheidungen fällen, werden wir die Verkehrswende selbst in die Hand nehmen. Weltweit verursacht der Verkehrssektor nach dem Energiesektor die meisten Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Für die Einsparung von Treibhausgasemissionen und damit für die Bekämpfung der Klimakrise ist es essenziell, dass die Mobilität und der Transport von emissionslastigen Verkehrsmitteln auf emissionsarme Verkehrsmittel gelegt wird. Damit Deutschland das unterzeichnete Paris-Abkommen einhalten kann, brauchen wir eine radikale Verkehrswende.

Statement aus der laufenden Autobahnblockade

Die Machbarkeitsstudie des Wuppertalinstituts habe gezeigt, dass dafür unter anderem der motorisierte Individualverkehr um die Hälfte reduziert werden muss. „Erst letztes Jahr haben wir gesehen, wie ein gesunder Mischwald, der Dannenröder Forst, zu einem Teil für einen Bauabschnitt der Bundesautobahn 49 gerodet wurde. Und auch für dieses Jahr ist der Bau von 850 km neue Autobahnstrecke geplant. Das ist nichts anderes als unverantwortlich, wenn man die Folgen der Klimakrise bedenkt. Politiker*innen und insbesondere Verkehrsminister*innen müssen endlich weg von motorisiertem Individualverkehr hin zu klimafreundlicheren Alternativen wie Schienen, bzw. ÖPNV aller Art“, ergänzte eine andere Aktivistin. 

Zudem sagen die Aktivist*innen, dass diese direkte Form der Aktion eine Reaktion darauf ist, wie die Politik in Deutschland größtenteils mit gesellschaftlichem Widerstand umgeht. Legitimer und wichtiger Protest, wie der von Fridays for Future wird kurz zur Kenntniss genommen, belächelt und dann wieder ignoriert. „Wenn so mit zivilgesellschaftlichem Protest umgegangen wird, der genau das bekämpft, was seit Jahren und Jahrzehnten falsch läuft, und der in einer Demokratie notwendig ist, sehen wir radikalere Aktionsformen als eine Konsequenz dieses Nicht-Handelns.“

Nach vier Stunden sind die Aktivist*innen durch Kräfte des SEKs geräumt worden.

(GE/MM)

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