Warnstreik: Morgen in Kitas und Stadtverwaltung

Wie die Stadtverwaltung informiert, hat die Gewerkschaft ver.di zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. Daran beteiligen sich am Mittwoch, 14. Oktober, auch die Mitarbeiter*innen der kommunalen Kindertagesstätten Jenas. 

„Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert. Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten war nichts zu spüren. Damit sind Warnstreiks unvermeidlich“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Sonntag nach zweitägigen Verhandlungen in Potsdam. Die Gewerkschaft vertritt in den Verhandlungen  2,3 Millionen Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen. Die Arbeitgeber*innenseite hatte auch in dieser Runde kein Angebot vorgelegt. Enttäuscht sei er vom schleppenden Verlauf und der Verzögerungstaktik der kommunalen Arbeitgeber*innen. Offensichtlich sei ihnen der Ernst der Situation nicht bewusst, sagte Werneke. In zentralen Punkten lägen die Verhandlungsparteien noch weit auseinander. „Besonders skandalös ist, dass die Ost-West-Angleichung bei der Arbeitszeit erst 2025 verwirklicht werden soll sowie die angestrebte Laufzeit der Tarifvereinbarung bis in das Jahr 2023“, sagte Werneke. „Die Arbeitgeber verschärfen den Konflikt. Die Antwort wird jetzt aus den Betrieben kommen.“ 

Nach Angaben der Stadt Jena bleiben einige Kindertagesstätten komplett geschlossen, einige mit eingeschränkten Öffnungszeiten, einige bieten die komplette Betreuungszeit an. Die Elternbeiräte seien darüber seit Montag informiert. Detailinformationen bekommen die Eltern von den Leitungen der Häuser. Auch die Stadtverwaltung inklusive der Eigenbetriebe sei zum Streik aufgerufen – von 8:00 Uhr bis Dienstschluss. Die Stadt kann die Auswirkungen in diesem Bereich noch nicht abschätzen.

Ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Erwartet wird die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen.

Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober 2020 erneut in Potsdam angesetzt.

(mm)

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