Gruppenvergewaltigung: Neonazis planen Demonstration in Eisenach

Nach Angaben der Thüringer Polizei soll es heute in den frühen Morgenstunden in einer Wohnung in Eisenach zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Opfer der Tat soll eine 19-jährige Frau sein. Nach Darstellung der Polizei soll sie zuvor mit einem der Täter am Markt zusammen Alkohol konsumiert haben und gemeinsam in eine Wohnung gegangen sein. Anschließend sei sie von vier Tätern im Alter von 23 bis 36 Jahren gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein. Nach Darstellung der Polizei ist das Opfer Deutsche und die mutmaßlichen Täter haben eine afghanische Staatsbürgerschaft. Die Verdächtigen befinden sich in Gewahrsam.

Die reflexartigen Reaktionen, auf die laufenden Ermittlungen, der Thüringer Neonaziszene ließen nicht lange auf sich warten. Der Neonazi Patrick Wieschke ruft zu einer Demonstration am 25. Juli um 14.00 Uhr auf den Eisenacher Marktplatz auf. In seinem Aufruf hetzt er gegen Geflüchtete als „importierte Kriminelle“. Entsprechend auch das Kundgebungsmotto „Kriminelle Ausländer raus – Wir sind das Volk“. Martialisch proklamiert er „dass wir noch da sind und wir nicht hinnehmen, dass unsere Frauen Freiwild sind und uns Deutschen die Straße gehört“.

Patrick Wieschke Foto: linksunten.Indymedia.org

Patrick Wieschke ist ein bundesweit vernetzter Neonazikader. Er war Bundesorganisationsleiter der NPD und Mitglied des Parteipräsidiums. In Folge des Bekanntwerdens von Strafanzeigen wegen mutmaßlicher Misshandlung seiner Mutter und Schwester, sowie wegen Missbrauchs einer 12-jährigen, legte er im Jahr 2014 alle Bundesparteiämter nieder. Wieschke ist vielfach vorbestraft. Unter anderem wegen eines Sprengstoffanschlages auf einen türkischen Imbiss in Eisenach (2001). Seine jüngste Verurteilung erfolgte wegen Volksverhetzung (2016).

Martin Michel

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