Samstag, September 23

Allgemein

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Hausbesetzung in Jena – Leerstand gestalten heißt Gesellschaft gestalten

Seit den frühen Morgenstunden besetzten Aktivistinnen ein Haus am Forstweg 19. Das seit mindestens 6 Jahren leerstehende Haus befindet sich momentan in Besitz der Friedrich-Schiller-Universität. An der Fassade des zweistöckigen Altbaus hängt nun ein Transparent mit der Aufschrift "Leerstand gestalten” und “Für ein autonomes Zentrum in Jena." Spontan versammelten sich Menschen in der Umgebung des Hauses und zeigten sich solidarisch mit dem Anliegen der Besetzerinnen, daraufhin wurde eine Kundgebung angemeldet. Für die kommenden Tage ist neben gemeinsamen Mahlzeiten und Gesprächen, ein offenes Bildungs- und Unterhaltungsprogramm geplant. Angesichts zahlreicher politischer Krisen wie wachsender sozio-ökonomischer Ungleichheit, dem Klimawandel und einem konsolidierten öffentlichen rechten ...
Aus Protest gegen Klimapolitik: Aktivist*innen steigen Jenaer Gaskraftwerk aufs Dach.
Allgemein, Pressemeldungen, Schlagzeilen

Aus Protest gegen Klimapolitik: Aktivist*innen steigen Jenaer Gaskraftwerk aufs Dach.

Seit Mittwochmorgen blockiert eine Gruppe von Aktivist*innen unter dem Motto „Gas Is Over“ das Heizkraftwerk in Jena-Winzerla. Gegen 06:00 Uhr kletterten einige Aktivist*innen auf die über 100 Meter hohen Schornsteine des Heizkraftwerks Jena und befestigten Transparente an den Schornsteinen. Sie protestieren für eine sofortige Energiewende, für Klimagerechtigkeit und kritisieren die lokale Klimapolitik. Telefoninterview mit den Aktivist*innen in luftiger Höhe Eine Aktivistin, Smilla Ritter, äußert sich zu ihren Beweggründen für die Aktion: „Wir können unsere Energie nicht länger aus fossilem Erdgas beziehen! Das ist nicht nur unfassbar klimaschädlich sondern zerstört auch Lebensgrundlagen im globalen Süden. Aus menschenfeindlicher Profitlogik heraus, machen fossile Konzerne im globa...
Besserer Klimaschutz: Letzte Generation klebt in Jena
Allgemein, Politik, Schlagzeilen

Besserer Klimaschutz: Letzte Generation klebt in Jena

Aktivist*innen der Letzten Generation haben heute Morgen in Jena den Verkehr an der Kreuzung Knebelstraße Stadtrodaer Straße blockiert, indem sie sich an der Stelle festgeklebten. Die Stadt hat die Aktion als Versammlung eingestuft und eine Auflösung bis 10:00 Uhr angeordnet. Da die Versammlung nicht aufgelöst wurde, löste die Polizei vorsichtig den Sekundenkleber mit Öl und anderen Flüssigkeiten und führte die Aktivist*innen ab. Vor Ort verhandelte Bürgermeister Christian Gerlitz mit den sitzenden Menschen. Die Organisation Letzte Generation fordert die Politik zu besseren Klimaschutzmaßnahmen auf. Als Sofortmaßnahmen fordern sie ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen sowie ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket. Ein Tempolimit von 100 km/h würde jährlich mehr als 6,7 Millionen T...
Allgemein, Feuilleton

»Deutschland als Knüppelwort«: Die »Wende« in den Tagebüchern von Thomas Rosenlöcher

„Klassisch subversiv“ ist eine Kolumne über Bücher aus der Vergangenheit, die noch immer klüger, kritischer und gewitzter sind als unsere verlogene Gegenwart. Im letzten Artikel der Reihe ging es um Kurt Fassmanns Lyriksammlung Gedichte gegen den Krieg. Der folgende Text entstand zum 32. Tag der Deutschen Einheit. Das Einzige, was die öffentliche Debatte um den Tag der Deutschen Einheit an kollektiver Verkrampfung und Phrasendrescherei noch übertreffen kann, ist eine Debatte um die Debatte um den Tag der Deutschen Einheit. Aber da müssen wir jetzt durch. Im Fokus linker Erinnerung an die „Wende“ steht seit Langem der Bruch zwischen Herbst und Winter 1989, als die „Wir-sind-das-Volk“-Rufe der in Leipzig und anderswo in der DDR versammelten Massen in einen Einheitstaumel umschlugen, d...
Rechte und linke Medienkritik: Die ewiggestrigen Öffentlich-Rechtlichen
Allgemein, Schlagzeilen, Überregional

Rechte und linke Medienkritik: Die ewiggestrigen Öffentlich-Rechtlichen

Die BBC steht vor dem Aus, die CDU liebäugelt nicht zum ersten Mal mit der Straffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Eine werttreue Linke muss sich gegen die Verramschung der Presselandschaft stellen – auch mit Kritik am ÖRR. Eine Polemik. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht von konservativer Seite immer wieder unter Beschuss. Sei es vonseiten Martkradikaler, die sich einen freien Wettbewerb im Monopolkapitalismus herbeiträumen, von Faschist*innen und ihrer „Zwangsgebühren“-Rhetorik oder von einer CDU Sachsen-Anhalt, deren Landtagsabgeordneter Markus Kurze jüngst in einem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung einen Plan zur Abschaffung der ARD vorstellte. Der Vorschlag, dem sich die Fraktion anschloss, sieht vor, dass die ARD auf lange Sicht kein eigenständiges Programm ...
Queerness, Christus und die Kunst des Lebens: Oscar Wildes vergessener Gefängnisbrief
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

Queerness, Christus und die Kunst des Lebens: Oscar Wildes vergessener Gefängnisbrief

Die Kolumne „Klassisch subversiv“ würdigt Bücher aus der Vergangenheit, die noch immer klüger, kritischer und gewitzter sind als unsere verlogene Gegenwart. Im letzten Artikel der Reihe ging es um Raymond Carvers Stories. Trost ist, auf den ersten Blick, ein konservatives Gefühl. Trost bedeutet vor allem eine Aussöhnung mit dem Bestehenden, trieft von Trauer, Schicksal, Ausweglosigkeit – kurz: Komplizenschaft mit der eigenen Kapitulation. Aber Trost kündet auch von der heilsamen Wirkung menschlicher Gemeinschaft, sei er in einem Gespräch zu finden oder in einem Buch. Darin liegt seine subversive Kraft. Ich werde nie erfahren, wie es ist, für seine sexuelle Orientierung öffentlich gepeinigt und gerichtlich belangt zu werden, habe noch nie die Einsamkeit einer kalten Gefängniszelle er...
Querdenken-Aufmarsch: Polizei mit Hundestaffel gegen Antifa, setzt Presse fest
Allgemein, Schlagzeilen

Querdenken-Aufmarsch: Polizei mit Hundestaffel gegen Antifa, setzt Presse fest

Jena. Am vergangenen Montagabend fand der wöchentliche Aufmarsch von Querdenken statt. Die Querfront hat seit Gründung des stadtweiten Bündnisses „Jena Solidarisch“ vor anderthalb Wochen mit mehr Gegenwind zu rechnen, als den Teilnehmenden lieb ist: Drei Gegenkundgebungen am Holzmarkt, am Markt sowie in der Johannisstraße waren angemeldet. Hunderte waren um 17 Uhr erschienen, um den Impfgegner*innen den öffentlichen Raum streitig zu machen, den sie seit Monaten unter Missachtung von Hygienevorschriften einnehmen. Ziel des neuen Bündnisses ist es, Menschen aus der Zivilgesellschaft zu mobilisieren, die die Querdenken-Aufmärsche ablehnen. Die Demos gegen die Coronaschutzmaßnahmen, zu denen viele in demonstrativer Friedfertigkeit mit Kerzen erscheinen, sind ein Amalgam verschiedener reak...
»Spuren der Arbeit«: Organisierung als Selbstorganisierung
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

»Spuren der Arbeit«: Organisierung als Selbstorganisierung

Jena. Am Freitagabend fand im Lobedaer Ortstreff Emils Ecke eine Buchvorstellung der International Workers of the World (IWW) statt, die das örtliche Frauenstreikbündnis organisiert hatte. Die IWW – auch „Wobblies“ genannt – sind eine Basisgewerkschaft, die Arbeitskämpfe vor allem in den USA und Kanada organisiert und prägend für die anarchistische Bewegung in Nordamerika war. Ein wichtiger Teil ist dabei die klassenkämpferische Grundhaltung – so auch im Buch Spuren der Arbeit, das Geschichten aus dem Alltag von Arbeiter*innen versammelt. Zwei Referenten des deutschen Ablegers der Gewerkschaft haben daraus vorgelesen. Das Buch wurde zu einem Großteil aus dem Englischen übersetzt und geht auf eine Publikation der IWW von 2013 zurück, die Beiträge aus einem linksradikalen Blogprojekt nam...
„Is gut jetzt“: Kundgebung gegen Querdenken-Aufmärsche in Jena
Allgemein, Politik, Schlagzeilen

„Is gut jetzt“: Kundgebung gegen Querdenken-Aufmärsche in Jena

Jena. Am Mittwochnachmittag versammelten sich etwa 80 Menschen auf dem Holzmarkt, um gegen die Demos der sogenannten Querdenken-Bewegung zu demonstrieren. Seit einigen Wochen war es in der Saalestadt wieder vermehrt zu „Spaziergängen“ von Gegner*innen der Infektionsschutzmaßnahmen gekommen, darunter viele, die die Pandemie leugnen und Verschwörungsmythen anhängen. Auch die rechte Szene und die AfD sind bei solchen Veranstaltungen präsent, oder melden diese sogar an. Organisiert hatten den Gegenprotest das lokale Bündnis Solidarität statt Querdenken, die Junge Gemeinde Stadtmitte und die Grüne Jugend Jena. Im vorab verbreiteten Aufruf, der zur Kundgebung verlesen wurde, hieß es: Die Stimmung wird zusehends aggressiver, immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Journalist:innen.Die Tei...
»Baby don’t hurt me« – Erwachsenwerden unter dem männlichen Blick
Allgemein, Regional (Jena)

»Baby don’t hurt me« – Erwachsenwerden unter dem männlichen Blick

Jena. Am Theaterhaus steht eine überfällige Premiere an. „Baby don't hurt me” heißt das Stück, an dem Regisseurin Susanne Frieling zusammen mit der jungen Laienschauspielerin Anna Schmidt seit nunmehr zweieinhalb Jahren gearbeitet hat. Eigentlich hätte die Premiere schon im April letzten Jahres stattfinden sollen. Ein kurzer Probenbesuch. Die Inszenierung „Baby don't hurt me“, in der es um das Erwachsenwerden eines Mädchens unter dem männlichen Blick ihres älteren Verehrers geht, speist sich aus zwei literarischen Quellen, erklärt der Dramaturg Thorben Meißner. Zum Einen ist da Anna Schmidts Fantasy-Geschichte über die verspielte Melissa Turia, die ihre Zauberkräfte entdeckt. Viele der Zeilen, die der Schauspieler Lukas David Schmidt spricht, stammen wiederum aus Vladimir Nabokovs kont...

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