Sonntag, Januar 23

„Is gut jetzt“: Kundgebung gegen Querdenken-Aufmärsche in Jena

Symbolbild: Martin Michel/Libertad Media

Jena. Am Mittwochnachmittag versammelten sich etwa 80 Menschen auf dem Holzmarkt, um gegen die Demos der sogenannten Querdenken-Bewegung zu demonstrieren. Seit einigen Wochen war es in der Saalestadt wieder vermehrt zu „Spaziergängen“ von Gegner*innen der Infektionsschutzmaßnahmen gekommen, darunter viele, die die Pandemie leugnen und Verschwörungsmythen anhängen. Auch die rechte Szene und die AfD sind bei solchen Veranstaltungen präsent, oder melden diese sogar an.

Organisiert hatten den Gegenprotest das lokale Bündnis Solidarität statt Querdenken, die Junge Gemeinde Stadtmitte und die Grüne Jugend Jena. Im vorab verbreiteten Aufruf, der zur Kundgebung verlesen wurde, hieß es:

Die Stimmung wird zusehends aggressiver, immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Journalist:innen.
Die Teilnehmer:innen der Spaziergänge relativieren den Holocaust, sehen sich als Verfolgte einer Diktatur, leugnen die Pandemie und sehen in der Impfung eine Bedrohung oder Körperverletzung.
Gleichzeitig vermeldet das RKI jeden Tag Negativrekorde bei Todesfällen im Zusammenhang mit der Pandemie, die Belastungsgrenzen der Intensivstationen sind weiterhin mehr als ausgereizt, und was mit der neuen Mutation Namens Omikron auf die Gesellschaft und das Gesundheitssystem zurollt, ist nicht abzusehen.
Wir haben keinen Bock mehr, diese Verschwörungsfantasien, diesen Antisemitismus und diese Menschenfeindlichkeit unwidersprochen zuzulassen!
Deswegen sagen wir: Is gut jetzt!

Ein Redner von Solidarität statt Querdenken verteidigte die Versammlungsfreiheit als „essenzielles Grundrecht“, sah die Aufzüge der Coronaleugner*innen aber als „illegitimen“ Protest. Die Querfront-Aufmärsche nähmen aktiv in Kauf, Menschen zu gefährden, sowohl in ihrer antidemokratischen Grundhaltung als auch im Verzicht auf Infektionsschutzmaßnahmen. „Rechte und Freiheiten sind untrennbar verbunden mit gesellschaftlicher Verantwortung und Solidarität,“ bekräftigte der Sprecher des Bündnisses.

1 Comment

  • Julian Rähmen

    Als Teilnehmer von der Demo kann ich nur sagen, dass ich enttäuscht bin. Es war solala organisiert und die Stimmung war leicht aggressiv angehaucht. Das könnte aber auch von der Polizeipräsenz kommen. Diese war nämlich wie immer übertrieben. Für das nächste Mal erhoffe ich mir eine konstruktivere Atmosphäre.

    Schöne Grüße aus Weimar

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