Freitag, März 1

Besserer Klimaschutz: Letzte Generation klebt in Jena

Aktivist*innen der Letzten Generation haben heute Morgen in Jena den Verkehr an der Kreuzung Knebelstraße Stadtrodaer Straße blockiert, indem sie sich an der Stelle festgeklebten. Die Stadt hat die Aktion als Versammlung eingestuft und eine Auflösung bis 10:00 Uhr angeordnet. Da die Versammlung nicht aufgelöst wurde, löste die Polizei vorsichtig den Sekundenkleber mit Öl und anderen Flüssigkeiten und führte die Aktivist*innen ab. Vor Ort verhandelte Bürgermeister Christian Gerlitz mit den sitzenden Menschen.

Die Organisation Letzte Generation fordert die Politik zu besseren Klimaschutzmaßnahmen auf. Als Sofortmaßnahmen fordern sie ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen sowie ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket. Ein Tempolimit von 100 km/h würde jährlich mehr als 6,7 Millionen Tonnen CO2 vermeiden und zugleich zu weniger Verkehrstoten führen. Das dauerhafte 9-Euro-Ticket soll zudem gerechte Bahnpreise in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten garantieren und CO₂ einsparen.

Letzte Generation fordert die Regierung dazu auf, einen Gesellschaftsrat einzurufen, der bis 2030 eine Null-Emissions-Zukunft für Deutschland erarbeitet. Dabei sollen Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen und Lösungen diskutieren. Die Regierung hat sich bereits, im Koallitionsvertrag, verpflichtet, entsrpechende Bürgerräte einzusetzen, Letzte Generation fordert aber eine weitergehende konkrete Umsetzung der Ratsbeschlüsse und eine Mitentscheidung der Bürger über ihr Schicksal.


Die jüngste Aktion hat in den Sozialen Medien für eine hitzige Debatte gesorgt. Während einige Kommentatoren der Aktion zustimmend gegenüberstanden, waren andere entschiedene Gegner. Darüber hinaus gab es zahlreiche Aufrufe, gewalttätige Angriffe auf die Aktivist*innen zu verüben oder solche Angriffe zu fantasieren. Man solle einfach auf die Menschen mit dem Auto draufhalten, auf sie urinieren oder Gülle über sie kippen. Zahlreiche Menschen stellten sich in den sozialen Netzen auch gegen solche Forderungen: „Leute anpissen wollen und Leuten körperliche Schmerzen wünschen, ihr seid doch echt alle nicht ganz dicht. Weil die ne Straße blockieren ist es okay, denen Gewalt antun zu wollen, ihr tickt doch echt nicht richtig.“ schrieb beispielhaft T. Reck in einer regionalen Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook.

(MM)

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