Donnerstag, April 15

Jena: sofortige Einstellung des Präsenzunterrichts. Vorbereitung und Organisation des Distanzunterrichts am Montag

Symbolbild. Foto: Julia M Cameron / Pexels

Am Samstag hat die Stadt Jena eine Allgemeinverfügungen zum Schulunterricht auf den Weg gebracht. Damit wird auf die Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz von 200 und das umfangreiche Infektionsgeschehen an Schulen reagiert.

Die erste Verfügung regelt die sofortige Einstellung des Präsenzunterrichts. Der Montag kann noch für die Vorbereitung und Organisation des Distanzunterrichts genutzt werden. Darüber hinaus ist seitens der Schulen eine Notbetreuung insbesondere für die Klassenstufen 1 – 6 zu organisieren und die Präsenz für Prüfungen weiter möglich.

Nach der ursprünglichen Bitte um Distanzunterricht an den Schulen und dem Widerspruch hierzu durch das Kultusministerium wurde – um einen klaren Weg zu beschreiten – eine Allgemeinverfügung wie im Landkreis Sonneberg an die zuständigen Landesbehörden gesandt, die das Schreiben nicht ablehnten. Am Samstagabend wurden daraufhin nach Fristablauf umgehend durch Dezernent Eberhard Hertzsch die Schulleitungen informiert und die Verfügungen veröffentlicht. Da Eile geboten war, wurde dieser Weg beschritten. Es bleibt somit bei der am Freitag angekündigten Umstellung auf den häuslichen Unterricht.

Für die Verwirrung und Unannehmlichkeiten, die bei Schulleitern und Eltern entstanden sind, entschuldigt sich der Krisenstab ausdrücklich. Nach der dramatischen Entwicklung der Infektionszahlen musste rasch gehandelt werden. Viele positive Reaktionen von Schulen und Nachrichten aus der Bevölkerung zu den Plänen der Schulschließung gab Rückhalt für die Entscheidung zum Distanzunterricht.

Eine zweite Allgemeinverfügung mit weiteren außerschulischen Maßnahmen ist in Arbeit und wird am Sonntag veröffentlicht.

Benjamin Koppe, Leiter des Jenaer Krisenstabes, weist auf die Dringlichkeit der getroffenen Maßnahmen hin: »Der rasante Anstieg der Neuinfektionen in Jena lässt keinen zeitlichen Spielraum zu. Die Handlungsfähigkeit der medizinischen Versorgung muss erhalten bleiben. Indes ist der Sonderweg Thüringens bei der Bewältigung der Pandemie gescheitert. Frühzeitiges Entgegenwirken hätte das Überschreiten der 200er-Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat verhindern können. Stattdessen sieht sich die Landesregierung offenbar außer Stande, umsichtig und verantwortungsvoll zu reagieren. Mögliche Gegenmaßnahmen werden entgegen aller Warnungen, wenn überhaupt, wohl erst zu spät ergriffen.«

Pressemitteilung der Stadt Jena

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