Donnerstag, April 15

Frauenstreik: „8. März ist alle Tage!“

Frauen*streik Jena, Bild: Tina Peißker

Jena. Am Montag, dem internationalen Frauenkampftag, veranstaltete das Frauen*streikbündnis mehrere Kundgebungen, die die alltäglichen Kämpfe von Frauen sowie intergeschlechtlichen, nicht-binären und trans Personen thematisierten. Stationen waren unter anderem ein Warnstreik der IG Metall zur Tarifrunde in Göschwitz und das Uniklinikum in Lobeda, dessen Beschäftigte für eine Umstrukturierung des Gesundheitssystems entlang menschlicher Bedürfnisse und daher für eine Abschaffung der Fallpauschalen eintreten. Eine Kundgebung in der Nähe des Salvador-Allende-Platzes am Nachmittag richtete sich vor allem gegen patriarchale Gewalt. Das Frauen*streikbündnis fordert die Ausweitung von Beratungs- und Anlaufstellen für Betroffene häuslicher Gewalt und die Öffnung von Hotels für deren Unterbringung sowie die Behausung Geflüchteter und Obdachloser.

Eine weitere Kundgebung, im Zuge derer Beteiligte den Platz bei der Haltestelle Lobeda West „Platz für Sorge“ tauften, nahm die alltägliche Sorgearbeit in den Fokus, die vor allem auf den Schultern von Frauen lastet. Die informelle Umbenennung des Platzes mit Installationen, die verschiedene Formen der Sorgearbeit vorstellten, folgte einem Aufruf des Netzwerks „Care Revolution“, der unter anderem die Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit, die Vergesellschaftung und Tarifbindung des Sorge-Dienstleistungssektors, Familiennachzug Geflüchteter und ein bedingungsloses Grundeinkommen fordert. Dass in der Organisierung von Sorgearbeit akuter Bedarf nach Änderung besteht, legten jüngst auch Medienberichte zur Zuspitzung des Pflegemangels nahe, denen zufolge die Zahl der in der Pflege Beschäftigten während der Coronakrise in allen Bundesländern deutlich zurückgegangen ist.

Das Frauen*streikbündnis begeht jährlich den 8. März als Frauenkampftag, an dem auch die häusliche Arbeit bestreikt wird, um das Bewusstsein über deren zentrale Rolle für die Reproduktion der Gesellschaft zu schärfen. Neben einzelnen Aktivist*innen beteiligen sich am Aktionsbündnis das Frauenzentrum Towanda, der Verein Iberoamérica, das Bündnis „Mehr Personal für unser UKJ“, Pflegekräfte des Uniklinikums, die JG Stadtmitte, das Theaterhaus und die Gewerkschaften DGB, ver.di, IG Metall, junge GEW und FAU. In einer Pressemitteilung zeigten sich Sprecher*innen des Bündnisses bestärkt von der feministischen Solidarität selbst bei kaltem Wetter: „8. März ist alle Tage – das ist eine Kampfansage!“

(pj)

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