Mittwoch, Juli 28

Grüne Jugend Jena fordert Umbenennung von Ernst-Haeckel-Objekten

Mit Infoschildern im Stadtgebiet und an Ernst-Haeckel-Orten hat die Grüne Jugend Jena über die Arbeit Haeckels aufgeklärt. Bild: Grüne Jugend Jena

Im Rahmen des internationalen Tages gegen Rassismus, dem 21. März, hat die GRÜNE JUGEND Jena Ergänzungsschilder an Erinnerungsstätten Ernst Haeckels angebracht und fordert die Umbenennung jeglicher Objekte, die nach ihm benannt wurden. Dazu gehören unter anderem der Ernst-Haeckel-Stein und die Ernst-Haeckel-Straße.

Albrecht Schall, Mitglied der GRÜNEN JUGEND Jena, sagt dazu: „Vor zwei Jahren, zum 100. Jahrestag Ernst Haeckels, veröffentlichte die Friedrich-Schiller-Universität die ‚Jenaer Erklärung‘. Diese besagt, dass das Konzept der ‚Menschenrassen‘ Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung ist. Aufgrund Haeckels Überlegungen zur ‚künstlichen Züchtung‘ des Menschen in modernen Gesellschaften gilt Haeckel als Wegbereiter der Eugenik und ‚Rassenhygiene‘ in Deutschland. Nationalsozialistische Ideolog:innen zogen seine Aussagen später als Begründung für ihren Rassismus heran.“

In Jena gibt es neben der Ernst-Haeckel-Straße und dem Ernst-Haeckel-Platz noch einen Ernst-Haeckel-Stein, ein Ernst-Haeckel-Haus und weitere Gedenktafeln.

Marlene Kolb, Mitglied der GRÜNEN JUGEND Jena, ergänzt: „Die ‚Jenaer Erklärung‘ steht damit den Ideen Haeckels unvereinbar gegenüber und deshalb fragen wir uns: Wie kann ein Rassist wie Ernst Haeckel so viel Platz in der Jenaer Stadt einnehmen? Um darauf aufmerksam zu machen, haben wir an verschiedenen Ernst-Haeckel-Gedenkorten Information dagelassen. Wir fordern den Stadtrat dazu auf, die Umbenennung der Ernst-Haeckel-Straße, des Ernst-Haeckel-Platzes und der Entfernung des Ernst-Haeckel-Steins sofort auf den Weg zu bringen, außerdem fordern wir, dass der Stadtrat eine Kommission von Expert:innen einberuft, um alle Straßenbenennungen fundiert wissenschaftlich zu überprüfen.“ Jena würde damit mit anderen deutschen Städten wie Berlin oder Freiburg mitziehen, welche ihr Straßennetz unter den folgenden Kriterien überprüft haben:

  • aktive Förderung des Nationalsozialismus beziehungsweise des NS-Unrechtsstaates von führender Position aus
  • extremer Rassismus in Theorie und/oder Praxis
  • aggressiver Antisemitismus bei Personen, die Multiplikatoren darstellten
  • Militarismus in Form der Glorifizierung des Ersten Weltkrieges (Dolchstoßlegende)
  • extreme unzeitgemäße Frauenfeindlichkeit.

Mit den Umbenennungen sollen keine geschichtlichen Fakten ausgelöscht werden – im Gegenteil. Zusatztafeln und Erläuterungen an den Straßen sollen die Vergangenheit in der Stadtöffentlichkeit präsent halten. Gemeinhin gilt aber: Straßen werden nach Menschen benannt, denen besondere Ehre zuteil werden soll. Menschen mit verbrecherischen Ansichten und Taten – auch wenn ihre sonstigen Leistungen unbestritten sind – müssen nicht in dieser Form gewürdigt werden.

Pressemitteilung der Grünen Jugend Jena

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