Sonntag, Januar 29

Schlagwort: Rassismus

„Ich hab‘ die Gerechtigkeit lieb, auch wenn es sie nicht gibt“: SLADEK am Theaterhaus Jena
Allgemein, Regional (Jena)

„Ich hab‘ die Gerechtigkeit lieb, auch wenn es sie nicht gibt“: SLADEK am Theaterhaus Jena

Sladek ist der Name eines tragischen Helden in einem Stück von Ödön von Horváth. Sladek hält sich für das deutsche Vaterland, oder vielleicht doch nur einen Teil davon. Er ist noch jung, seine Jugend geprägt von Krieg und Inflation. Sladek ist ein Verführter, der gerne „selbstständig denkt“ und nur mit Menschen verkehren möchte, die auch selbstständig denken können. Umso verzweifelter klammert er sich an die handlichen Dogmen, die er sich auf diese Weise zusammengezimmert hat. „In der Natur wird gemordet, das ändert sich nicht.“ Ein Mantra, das zum Mitmischen einlädt. Will heißen: zum Morden. Man könnte gleich fragen: Braucht es wirklich noch eine Theaterinszenierung, die sich mithilfe von Rückblenden in die Weimarer Republik mit dem sogenannten Rechtspopulismus unserer Zeit beschäftig...
NS, NSU, Hanau: Der schier unmögliche Weg zur „mutigen Mehrheit“
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

NS, NSU, Hanau: Der schier unmögliche Weg zur „mutigen Mehrheit“

Mit dem wuchtigen überregionalen Selbsterfahrungs-Theaterprojekt „Die mutige Mehrheit“ sind Antje Schupp, Necati Öziri und ihre Gäste übers Wochenende in Jena zu Besuch gewesen, wo sie in Kooperation mit dem Theaterhaus die städtische Veranstaltungsreihe "Kein Schlussstrich!" zum Terrornetzwerk NSU fortsetzten. Unser Autor hat sich sieben der Panel-Veranstaltungen angehört. Antje Schupps „Deutschkunde 2021“ ist ein Theaterprojekt, in dem es keine Schauspieler*innen gibt. Die Kritik an der Mehrheitsgesellschaft, die darin 10 Jahre nach Auffliegen des NSU erschallt, liegt weniger in der Performance als in der solidarischen Geste, das Jenaer Volksbad für ein zweitägiges Panel zur Bühne für Betroffene rassistischer Anfeindung und ihre Verbündeten zu machen. Die Tagung, die am Wochenende...
„Empörung reicht nicht“: Demonstration für ein antirassistisches Thüringen
Politik, Regional (Jena)

„Empörung reicht nicht“: Demonstration für ein antirassistisches Thüringen

Jena. Am Freitagnachmittag zog eine Demonstration durch die Jenaer Innenstadt, die von einem breiten antirassistischen und antikolonialen Bündnis organisiert wurde und systemischen Rassismus in Jena, Thüringen, Deutschland und der EU zum Thema hatte. Eine Sprecherin des Migrationsbeirates stellte zu Beginn klar, es sei nicht das Anliegen der Betroffenen, der weißen Mehrheitsgesellschaft zu erklären, was Rassismus bedeute. Es gehe um konkrete Forderungen. Der Forderungskatalog ist lang, und er benennt die "Baustellen" von Stadt- und Land, die trotz linksliberaler Mehrheitsverhältnisse aus Linkspartei, SPD und Grünen für die Demonstrierenden viel zu wünschen übrig lassen. Antidiskriminierungsstellen und Podiumsdiskussionen über Rassismus in Jena, in denen die Stimmen Betroffener keinen ...
„Thüringer Zustände“: Kooperationsprojekt untersucht faschistische Tendenzen im Freistaat
Allgemein, Politik, Schlagzeilen, Thüringen

„Thüringer Zustände“: Kooperationsprojekt untersucht faschistische Tendenzen im Freistaat

Erfurt. Am Dienstagmorgen stellten zentrale Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Institutionen, die sich in Thüringen mit der Verbreitung rechter Gewalt und Gesinnungen beschäftigen, ein neues Kooperationsprojekt vor, das Entwicklungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Jahr 2020 untersucht. Die Autor*innen der knapp 100-seitigen Broschüre "Thüringer Zustände", die der Zusammenschluss nun publiziert hat, sind EZRA, die Thüringer Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, MOBIT, die mobile Beratung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, KomRex, das Zen­trum für Rechtsextre­mis­mus­for­schung, Demo­kratiebildung und gesell­schaft­liche Integration der FSU Jena sowie das Institut für ­Demokratie und Zivil­gesellscha...
Israel-solidarische Kundgebung in Jena: Muslim*innen unter Generalverdacht des Antisemitismus?
Allgemein, Regional (Jena)

Israel-solidarische Kundgebung in Jena: Muslim*innen unter Generalverdacht des Antisemitismus?

Unter dem Motto "Solidarität mit Israel - gegen jeden Antisemitismus" versammelten sich am Montagabend ungefähr 120 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Holzmarkt. Es wurden Israelflaggen gezeigt und bis auf zwei Provokationen durch laute Musik aus vorbeifahrenden Autos verlief die Versammlung ohne Zwischenfälle. Konrad Erben von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., der selbst zur Kundgebung mobilisiert hatte, zieht ein zwiespältiges Fazit zum Ablauf, wie er in einem Statement an Libertad Media deutlich machte: Solidarität mit Israel und ein unmissverständliches Bekenntnis gegen Antisemitismus sind wichtig. Aber es ist ernüchternd, wenn ein Bündnis gegen Antisemitismus vor allem damit auffällt, dass es den Antisemitismus arabischen und muslimischen Menschen zuschrei...
Raymond Carver – Chronist der amerikanischen Entfremdung
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

Raymond Carver – Chronist der amerikanischen Entfremdung

Die Kolumne „Klassisch subversiv“ ist ein Versuch in politischem Eskapismus – eine Würdigung von Büchern aus der Vergangenheit, die immer noch klüger, kritischer und gewitzter sind als unsere verlogene Gegenwart. Im ersten Artikel der Reihe ging es um Stefan Heyms Roman Ahasver. Die Debatte um die junge Afroamerikanerin Amanda Gorman und das Gedicht, das sie zur Amtseinführung Joe Bidens vortragen durfte, ist für Feuilletonist*innen unwiderstehlich. Was selbstredend nichts mit den Qualitäten dieses Textes zu tun hat, sondern hierzulande vielmehr mit dem „Sorgenkind USA“ und dem Bedürfnis, die transatlantische Partnerschaft auch kulturell weiter aufzurüsten. Kurz nachdem Gorman mit ihrer flammenden Rede die Herzen westlicher Linksliberaler auf dem ganzen Globus für sich erobert hatte, e...
Ausstellung „Jugend im KZ. Buchenwald und Mittelbau-Dora“ eröffnet
Pressemeldungen, Thüringen

Ausstellung „Jugend im KZ. Buchenwald und Mittelbau-Dora“ eröffnet

Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs befanden sich vereinzelt auch jugendliche Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald. Ab dem Frühjahr 1944 brachte die SS zahlreiche Kinder und Jugendliche aus den Vernichtungszentren und Zwangsarbeitslagern im Osten nach Buchenwald und zum KZ Mittelbau-Dora. Auch aus Westeuropa verschleppte sie viele Jugendliche hierher. Im Dezember 1944 war jeder dritte Insasse des KZ Buchenwald jünger als 21 Jahre – in den Frauenaußenlagern war der Anteil doppelt so hoch. Etwa 2.000 Kinder und Jugendliche starben in Buchenwald und Mittelbau-Dora an Entkräftung oder Krankheiten, wurden erschlagen oder erschossen.  Studierende der Friedrich-Schiller-Universität haben diesen Schicksalen nun nachgespürt und ihnen die Online-Ausstellung „Jugend im KZ. Buche...
Das „Heimatministerium“ verklagen – Seebrücke startet Aktionswochenende, SPD in der Kritik
Allgemein, Politik, Schlagzeilen, Thüringen

Das „Heimatministerium“ verklagen – Seebrücke startet Aktionswochenende, SPD in der Kritik

Jena/Erfurt. Die Thüringer Landesregierung sei untätig gewesen, hieß es auf der Seebrückenkundgebung beim Jenaer Universitätshauptgebäude am Donnerstagnachmittag. Die Gruppe ist eine von mehreren zivilgesellschaftlichen Initiativen und aktivistischen Bündnissen aus Thüringen, die in einer Petition an den Thüringer Landtag fordern, dass die Landesregierung den Bundesinnenminister verklagen solle, weil er die Umsetzung des Landesaufnahmeprogramms für Geflüchtete aus den griechischen Lagern blockiert. Für die Aufnahme der 500 Personen, die das Land letzten Juni beschlossen hat, ist es gemäß dem Aufenthaltsgesetz auf die Bundesinnenminister*in angewiesen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lehnte die von Bremen, Berlin und Thüringen beschlossenen Landesaufnahmeprogramme letztes Jahr...
Grüne Jugend Jena fordert Umbenennung von Ernst-Haeckel-Objekten
Allgemein, Pressemeldungen, Regional (Jena)

Grüne Jugend Jena fordert Umbenennung von Ernst-Haeckel-Objekten

Im Rahmen des internationalen Tages gegen Rassismus, dem 21. März, hat die GRÜNE JUGEND Jena Ergänzungsschilder an Erinnerungsstätten Ernst Haeckels angebracht und fordert die Umbenennung jeglicher Objekte, die nach ihm benannt wurden. Dazu gehören unter anderem der Ernst-Haeckel-Stein und die Ernst-Haeckel-Straße. Albrecht Schall, Mitglied der GRÜNEN JUGEND Jena, sagt dazu: "Vor zwei Jahren, zum 100. Jahrestag Ernst Haeckels, veröffentlichte die Friedrich-Schiller-Universität die 'Jenaer Erklärung'. Diese besagt, dass das Konzept der 'Menschenrassen' Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung ist. Aufgrund Haeckels Überlegungen zur 'künstlichen Züchtung' des Menschen in modernen Gesellschaften gilt Haeckel als Wegbereiter der Eugenik und 'Rassenhygiene' in Deutschland. Nat...
Das „Heim“ im Wort „verheimlichen“: Olivia Wenzel zu Besuch bei der Ernst-Abbe-Bücherei
Allgemein, Feuilleton, Regional (Jena)

Das „Heim“ im Wort „verheimlichen“: Olivia Wenzel zu Besuch bei der Ernst-Abbe-Bücherei

Am Dienstagabend veranstaltete die Ernst-Abbe-Bücherei Jena eine Online-Lesung mit der Autorin Olivia Wenzel, deren Debütroman 1000 Serpentinen Angst letztes Jahr viel Aufsehen erregt und es sogar auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2020 geschafft hatte. Die Lesung war ursprünglich für die Interkulturelle Woche 2020 angedacht gewesen, hatte aber ausfallen müssen. Dass der Termin nachgeholt wurde, bereitete sowohl der Gastgeberin Julia Hauck, Agentin für Diversität und interkulturelle Bibliotheksarbeit, als auch Olivia Wenzel sichtlich Freude. "Das ist meine erste Lesung in Thüringen!" gab die 1985 in Weimar geborene Autorin bekannt, bevor sie die ersten Passagen vorlas. Das Buch enthält wie viele Erstlingswerke autobiografische Züge. Es geht darin um die Lebensstationen und Sin...

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