Donnerstag, Mai 26

Schlagwort: Rassismus

»Mannheim war kein Einzelfall«: Antirassistische Demo in Weimar von Polizei gestört
Allgemein, Politik, Thüringen, Überregional

»Mannheim war kein Einzelfall«: Antirassistische Demo in Weimar von Polizei gestört

Weimar. Am Freitagabend folgten rund 600 Menschen einem Demonstrationsaufruf der Gruppe Migrantifa Weimar zum August-Baudert-Platz vor dem Hauptbahnhof. Anlass war eine brutale Polizeikontrolle eines Patienten des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim am 2. Mai. Die Polizei hatte mit dem durch Video einer Zeug*in dokumentierten Einsatz nationale Aufmerksamkeit erregt, weil das Opfer, auf das die Beamt*innen einschlugen, kurz darauf gestorben war. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt mit Todesfolge eingeleitet. Da es sich bei dem Mann um einen Deutschen mit kroatischem Migrationshintergrund handelte, gab es letzte Woche an mehreren Orten in Deutschland Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Botschaft: „Mannheim war kein E...
Rassistischer Angriff auf Eritreer in Jena
Blaulicht, Regional (Jena)

Rassistischer Angriff auf Eritreer in Jena

Nach Angaben der Jenaer Polizei kam es am Montagnachmittag, im Bereich der Oberaue, zu einem rassistischen Angriff auf einen Mensch aus Eritrea. Das Opfer wurde, bei den dortigen Kleingärten unterhalb der Kahlaischen Straße, etwa auf Höhe des Freibades Schleichersee, rassistisch beleidigt. Außerdem kam es zu einem körperlichen Angriff durch den unbekannten männlichen Täter. Der Täter bewegte sich nach Erkenntnissen der Polizei aus Richtung Jena-Winzerla auf dem Fuß- und Radweg entlang der Saale. Die Tatzeit war 16:00 Uhr. Der Täter wurde folgendermaßen beschrieben: MännlichAnfang bis Mitte 20 Jahre alteuropäischer Phänotypbekleidet mit einer blauen Jeanshose und einer schwarzen Kapuzenjackeca. 185 cm großkräftige muskulöse Gestaltkein Bartträgerwirkte alkoholisiertführte keine Gegenst...
Struktureller Rassismus – Gedenken an Hanau
Regional (Jena)

Struktureller Rassismus – Gedenken an Hanau

Eine bedrückende Stille legt sich über die Menge auf dem Holzmarkt, als vergangenen Samstag eine Schweigeminute für die am 19. Februar 2020 in Hanau ermordeten Menschen abgehalten wird. Am Samstag jährte sich der rassistische Anschlag von Hanau zum zweiten Mal. Ein Bündnis aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen hatte dazu aufgerufen, den Opfern des Attentats zu gedenken. Rund 200 Menschen kamen diesem Aufruf nach und versammelten sich um 16 Uhr auf dem Holzmarkt. Rea Mauersberger, Vorsitzende des Jenaer Beirats für Migration und Integration, rief in einem Redebeitrag zur uneingeschränkten Solidarität mit den Familien und Freund*innen der Opfer auf. In ihrer Rede drückte sie Wut und Unverständnis gegenüber Menschen a...
„Ich hab’ die Gerechtigkeit lieb, auch wenn es sie nicht gibt“: SLADEK am Theaterhaus Jena
Allgemein, Regional (Jena)

„Ich hab’ die Gerechtigkeit lieb, auch wenn es sie nicht gibt“: SLADEK am Theaterhaus Jena

Sladek ist der Name eines tragischen Helden in einem Stück von Ödön von Horváth. Sladek hält sich für das deutsche Vaterland, oder vielleicht doch nur einen Teil davon. Er ist noch jung, seine Jugend geprägt von Krieg und Inflation. Sladek ist ein Verführter, der gerne „selbstständig denkt“ und nur mit Menschen verkehren möchte, die auch selbstständig denken können. Umso verzweifelter klammert er sich an die handlichen Dogmen, die er sich auf diese Weise zusammengezimmert hat. „In der Natur wird gemordet, das ändert sich nicht.“ Ein Mantra, das zum Mitmischen einlädt. Will heißen: zum Morden. Man könnte gleich fragen: Braucht es wirklich noch eine Theaterinszenierung, die sich mithilfe von Rückblenden in die Weimarer Republik mit dem sogenannten Rechtspopulismus unserer Zeit beschäftig...
NS, NSU, Hanau: Der schier unmögliche Weg zur »mutigen Mehrheit«
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

NS, NSU, Hanau: Der schier unmögliche Weg zur »mutigen Mehrheit«

Mit dem wuchtigen Selbsterfahrungs-Theaterprojekt „Die mutige Mehrheit“ sind Antje Schupp, Necati Öziri und ihre Gäste übers Wochenende in Jena zu Besuch gewesen, wo sie in Kooperation mit dem Theaterhaus die städtische Veranstaltungsreihe "Kein Schlussstrich!" zum Terrornetzwerk NSU fortsetzten. Unser Autor hat sich sieben der Panel-Veranstaltungen angehört. Antje Schupps „Deutschkunde 2021“ ist ein Theaterprojekt, in dem es keine Schauspieler*innen gibt. Die Kritik an der Mehrheitsgesellschaft, die darin 10 Jahre nach Auffliegen des NSU erschallt, liegt weniger in der Performance als in der solidarischen Geste, das Jenaer Volksbad für ein zweitägiges Panel zur Bühne für Betroffene rassistischer Anfeindung und ihre Verbündeten zu machen. Die Tagung, die am Wochenende einen Zwischen...
“Empörung reicht nicht”: Demonstration für ein antirassistisches Thüringen
Politik, Regional (Jena)

“Empörung reicht nicht”: Demonstration für ein antirassistisches Thüringen

Jena. Am Freitagnachmittag zog eine Demonstration durch die Jenaer Innenstadt, die von einem breiten antirassistischen und antikolonialen Bündnis organisiert wurde und systemischen Rassismus in Jena, Thüringen, Deutschland und der EU zum Thema hatte. Eine Sprecherin des Migrationsbeirates stellte zu Beginn klar, es sei nicht das Anliegen der Betroffenen, der weißen Mehrheitsgesellschaft zu erklären, was Rassismus bedeute. Es gehe um konkrete Forderungen. Der Forderungskatalog ist lang, und er benennt die "Baustellen" von Stadt- und Land, die trotz linksliberaler Mehrheitsverhältnisse aus Linkspartei, SPD und Grünen für die Demonstrierenden viel zu wünschen übrig lassen. Antidiskriminierungsstellen und Podiumsdiskussionen über Rassismus in Jena, in denen die Stimmen Betroffener keinen ...
“Thüringer Zustände”: Kooperationsprojekt untersucht faschistische Tendenzen im Freistaat
Allgemein, Politik, Schlagzeilen, Thüringen

“Thüringer Zustände”: Kooperationsprojekt untersucht faschistische Tendenzen im Freistaat

Erfurt. Am Dienstagmorgen stellten zentrale Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Institutionen, die sich in Thüringen mit der Verbreitung rechter Gewalt und Gesinnungen beschäftigen, ein neues Kooperationsprojekt vor, das Entwicklungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Jahr 2020 untersucht. Die Autor*innen der knapp 100-seitigen Broschüre "Thüringer Zustände", die der Zusammenschluss nun publiziert hat, sind EZRA, die Thüringer Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, MOBIT, die mobile Beratung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, KomRex, das Zen­trum für Rechtsextre­mis­mus­for­schung, Demo­kratiebildung und gesell­schaft­liche Integration der FSU Jena sowie das Institut für ­Demokratie und Zivil­gesellscha...
Israel-solidarische Kundgebung in Jena: Muslim*innen unter Generalverdacht des Antisemitismus?
Allgemein, Regional (Jena)

Israel-solidarische Kundgebung in Jena: Muslim*innen unter Generalverdacht des Antisemitismus?

Unter dem Motto "Solidarität mit Israel - gegen jeden Antisemitismus" versammelten sich am Montagabend ungefähr 120 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Holzmarkt. Es wurden Israelflaggen gezeigt und bis auf zwei Provokationen durch laute Musik aus vorbeifahrenden Autos verlief die Versammlung ohne Zwischenfälle. Konrad Erben von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., der selbst zur Kundgebung mobilisiert hatte, zieht ein zwiespältiges Fazit zum Ablauf, wie er in einem Statement an Libertad Media deutlich machte: Solidarität mit Israel und ein unmissverständliches Bekenntnis gegen Antisemitismus sind wichtig. Aber es ist ernüchternd, wenn ein Bündnis gegen Antisemitismus vor allem damit auffällt, dass es den Antisemitismus arabischen und muslimischen Menschen zuschrei...
Raymond Carver – Chronist der amerikanischen Entfremdung
Allgemein, Feuilleton, Schlagzeilen

Raymond Carver – Chronist der amerikanischen Entfremdung

Die Kolumne „Klassisch subversiv“ ist ein Versuch in politischem Eskapismus – eine Würdigung von Büchern aus der Vergangenheit, die immer noch klüger, kritischer und gewitzter sind als unsere verlogene Gegenwart. Im ersten Artikel der Reihe ging es um Stefan Heyms Roman Ahasver. Die Debatte um die junge Afroamerikanerin Amanda Gorman und das Gedicht, das sie zur Amtseinführung Joe Bidens vortragen durfte, ist für Feuilletonist*innen unwiderstehlich. Was selbstredend nichts mit den Qualitäten dieses Textes zu tun hat, sondern hierzulande vielmehr mit dem „Sorgenkind USA“ und dem Bedürfnis, die transatlantische Partnerschaft auch kulturell weiter aufzurüsten. Kurz nachdem Gorman mit ihrer flammenden Rede die Herzen westlicher Linksliberaler auf dem ganzen Globus für sich erobert hatte, e...
Ausstellung „Jugend im KZ. Buchenwald und Mittelbau-Dora“ eröffnet
Pressemeldungen, Thüringen

Ausstellung „Jugend im KZ. Buchenwald und Mittelbau-Dora“ eröffnet

Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs befanden sich vereinzelt auch jugendliche Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald. Ab dem Frühjahr 1944 brachte die SS zahlreiche Kinder und Jugendliche aus den Vernichtungszentren und Zwangsarbeitslagern im Osten nach Buchenwald und zum KZ Mittelbau-Dora. Auch aus Westeuropa verschleppte sie viele Jugendliche hierher. Im Dezember 1944 war jeder dritte Insasse des KZ Buchenwald jünger als 21 Jahre – in den Frauenaußenlagern war der Anteil doppelt so hoch. Etwa 2.000 Kinder und Jugendliche starben in Buchenwald und Mittelbau-Dora an Entkräftung oder Krankheiten, wurden erschlagen oder erschossen.  Studierende der Friedrich-Schiller-Universität haben diesen Schicksalen nun nachgespürt und ihnen die Online-Ausstellung „Jugend im KZ. Buche...

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