Mittwoch, November 25

Heute beginnen die Alternativen Orientierungstage – ALOTA

Jena. Heute beginnen die siebten Alternativen Orientierungstage (kurz ALOTA), an der Friedrich-Schiller-Universität und der Ernst-Abbe-Hochschule. In einem zweiwöchigen bunten Programm werden Veranstaltungen zu diversen politischen und gesellschaftlichen Themen angeboten. Die thematischen Schwerpunkte liegen dieses Jahr bei der politischen Betrachtung der SARS-CoV2-Pandemie und beim Thema Rassismus. Es gibt Vorträge und Workshops, dieses Jahr erstmals (fast) rein online. Es wird aber auch einige Präsenzveranstaltungen geben, beispielsweise einen „Stadtteilrundgang zum NSU-Komplex… rechter Terror aus Jena“ (Treffpunkt 5. November 14:30 Uhr, Campus) und einen „ökologischen Stadtrundgang“ (2. November 16:00 Uhr, Campus).

All diese Menschen, Gruppen und Räume vereint der Unmut mit bestehenden Verhältnissen und der Wille an ihnen zu rütteln, sodass sie in verschiedensten thematischen Bereichen aktiv sind. Die ALOTA sollen uns also auch in diesem Jahr vor Augen führen, dass es so, wie es gerade läuft, nicht bleiben kann – im studentischen Alltag, in der Uni, aber auch im Rest der Stadt und der Gesellschaft.

Aus dem Aufruf zur ALOTA 2020

Alternative Orientierungstage gibt es auch in anderen Städten wie Elli, Mitglied der Organisationsgruppe der ALOTA,  berichtet. „Sie sollen den neu ankommenden Studierenden die Connection zur linken Szene erleichtern.“ Die Ziele seien, linke Strukturen sichtbar zu machen und offen zu halten für neue Menschen. Gleichzeitig wollen sich die Veranstalter*innen mit aktuell relevanten politischen Themen befassen, an Theoriebildung arbeiten und den neu Hinzugezogenen einen Raum für Socializing bieten.

Die ALOTA heben sich dabei von den regulären Einführungstagen der Hochschulen ab. Dort geht es vor allem um Orientierung im neuen Studium: Musterstudienplan, wo finde ich was? etc. Die ALOTA wollen „unabhängig von der Uni das ankommen erleichtern“, wie Elli erzählt. „Studieren heißt für uns nicht, nur passiv in riesigen Lernfabriken auf den späteren Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden. Vielmehr sehen wir in dieser Lebensphase Potential für Selbstorganisierung, kritische Auseinandersetzung mit der Uni, mit der Welt und sich selbst,“ schreiben die Organisator*innen in ihrem Aufruf.

Die diesjährigen ALOTA stehen selbstverständlich wie alle anderen Veranstaltungen unter dem Einfluss der Coronapandemie. Die Veranstalter*innen haben zunächst zweigleisig geplant:  Räume wurden gebucht und alles vorbereitet, auch Präsenzveranstaltugnen durchzuführen; gleichzeitig wurde im Hintergrund aber auch alles in die Wege geleitet, um reine Onlineveranstaltungen zu ermöglichen. In Anbetracht der stark ansteigenden Infektionszahlen auch in Jena habe „man sich dazu entschieden, fast alle Präsenzveranstaltungen abzusagen,“ da es nicht zu verantworten sei, diese zum aktuellen Zeitpunkt durchzuführen. Die Vorstellung, eine Veranstaltung mit 80 Menschen in einem Hörsaal durchzuführen, sei aktuell nicht vertretbar, so Elli. Alternativ finden die Veranstaltungen jetzt mit der Software „Big Blue Button“ statt. Es gibt Telegram-Gruppen für das Kennenlernen und Hilfe bei der technischen Einrichtung.

Die Alternativen Orientierungstage finden vom 26. Oktober bis zum 8. November statt. Sie sind eine Initiative vom Arbeitskreis Politische Bildung des Studierendenrates der Friedrich-Schiller-Universität. Sie werden von einer Vorbereitungsgruppe organisiert, die einen Aufruf zur Organisation der einzelnen Veranstaltungen verbreitet. Diese werden dann von Einzelpersonen oder Gruppen vorbereitet, und ALOTA stellt den organisatorischen Rahmen.

(mm)

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