Mittwoch, Juli 28

Schlagwort: Antifa

Hohe Geldstrafe: Antifaschist*innen intervenierten gegen rechte Szenekleidung in der Gedenkstätte Buchenwald
Schlagzeilen, Thüringen

Hohe Geldstrafe: Antifaschist*innen intervenierten gegen rechte Szenekleidung in der Gedenkstätte Buchenwald

In der Gedenkstätte Buchenwald wurde am 13. Oktober 2019 einem Besucher eine Gürteltasche der Marke "Thor-Steinar" von Antifaschist*innen abgenommen. Die Marke Thor-Steinar wird seit Jahren von Teilen der rechtsextremen Szene als Erkennungssymbol genutzt. Das Tragen entsprechender Kleidungsstücke bei Besuchen von ehemaligen Konzentrationslagern ist eine beliebte Provokation. Die Gedenkstätte Buchenwald hat daher ein entsprechendes Verbot in ihren Besuchsregeln aufgeführt: "Das Tragen von Kleidungsstücken und Symbolen, deren Herstellung oder Vertrieb nach allgemein anerkannter Ansicht im rechtsextremen Feld anzusiedeln sind, ist untersagt." Am 7. Juni kam es vor dem Amtsgericht Weimar nun zum Prozess. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen die zwei Angeklagten wegen räuberischer Erpres...
„Thüringer Zustände“: Kooperationsprojekt untersucht faschistische Tendenzen im Freistaat
Allgemein, Politik, Schlagzeilen, Thüringen

„Thüringer Zustände“: Kooperationsprojekt untersucht faschistische Tendenzen im Freistaat

Erfurt. Am Dienstagmorgen stellten zentrale Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Institutionen, die sich in Thüringen mit der Verbreitung rechter Gewalt und Gesinnungen beschäftigen, ein neues Kooperationsprojekt vor, das Entwicklungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Jahr 2020 untersucht. Die Autor*innen der knapp 100-seitigen Broschüre "Thüringer Zustände", die der Zusammenschluss nun publiziert hat, sind EZRA, die Thüringer Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, MOBIT, die mobile Beratung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, KomRex, das Zen­trum für Rechtsextre­mis­mus­for­schung, Demo­kratiebildung und gesell­schaft­liche Integration der FSU Jena sowie das Institut für ­Demokratie und Zivil­gesellscha...
„Bürger für Thüringen“ mit Querdenken in Jena – Antifaschist*innen protestierten für solidarischen Shutdown
Allgemein, Politik, Regional (Jena), Schlagzeilen

„Bürger für Thüringen“ mit Querdenken in Jena – Antifaschist*innen protestierten für solidarischen Shutdown

Samstagnachmittag in Jena. Vor den steinernen Stufen des Phyletischen Museums hat sich eine halbe Stunde vor Beginn des geplanten Informationsstandes aus dem Querdenken-Umfeld die Polizei positioniert.  Ein bisschen mutet die Szenerie einer Wagenburg an. Dicht an dicht stehen die Polizeiwägen im Halbkreis vor dem Museum. Informieren will hier die Kleinstpartei "Bürger für Thüringen" – ein Zusammenschluss um die Landtagsabgeordnete Ute Bergner, die Mitglied der FDP-Fraktion ist. Bislang ist die Partei vor allem durch Zusammenarbeit mit Querdenken-Protesten aufgefallen.  Eine Handvoll Menschen trifft ein und baut den violetten Parteipavillon inmitten der Wagenburg auf. Hilfe leisten ein paar bekannte Gesichter der Querdenken-Jena-Gruppe, standesgemäß alles ohne Abstände und Masken...
Trost Neujahr?
Allgemein, Politik, Schlagzeilen, Überregional

Trost Neujahr?

Das Protestjahr 2020 und die Verheißung des Neuanfangs. Ein Kommentar von Philipp Janke. Was bleiben wird, sind die Narben. Narben eines globalen Stillstands, der Millionen Arbeiter*innenexistenzen bedroht und vernichtet hat, während die Reichsten noch reicher geworden sind. Soziale Bewegungen ließen sich von der Corona-Pandemie aber zu keinem Zeitpunkt in eine Schockstarre drängen. Manche, wie Fridays for Future, fanden sich im Angesicht beispielloser Grundrechtseinschränkungen gezwungen, neue Wege des Protests zu finden und verlagerten Demonstrationen in die Online-Sphäre. Der Unmut auf der Straße war jedoch ebenso wenig einzudämmen, als die Evakuierung des Geflüchtetenlagers Moria auf Lesbos mit neuer Dringlichkeit auf die politische Tagesordnung trat. Diese unter verfassungswidrige...
Susanne Schein: Zur Großkundgebung von Leerdenken vor der Stadtkirche
Allgemein, Regional (Jena), Satire, Schlagzeilen

Susanne Schein: Zur Großkundgebung von Leerdenken vor der Stadtkirche

Zu einer machtvollen Kundgebung fanden sich am Abend des 16. November die Streithanseln von Leerdenken Jena vor der Stadtkirche ein. Wenngleich es auch gedauert hat, bis die zwei Teilnehmenden vom zweiten Bild gecheckt haben, dass die drei, circa  zwanzig Meter entfernt stehenden, Leute vom ersten Bild auch dazugehören, haben sich die beiden Teilkundgebungen nach einer halben Stunde dann doch noch für zehn Minuten zur angekündigten Großkundgebung vereinigt. "Leerdenken" Bild 1, Foto: Susanne Schein"Leerdenken" Bild 2, Foto: Susanne Schein Circa fünfzehn mittelmäßig gelangweilt dreinschauende Mitglieder der antifaschistischen Verbalsportgruppe, hier auf keinem Bild zu sehen, standen in Sichtweite; bereit, bei Bedarf mit Lautstärke und Inhalten zu punkten. Währenddesse...
Militante Spontandemo in Jena
Allgemein, Politik, Regional (Jena), Schlagzeilen

Militante Spontandemo in Jena

In Jena fand heute eine linke Spontandemonstration statt. Unter dem Motto des "antiautoritären und antifaschistischen Martinsumzug" folgten 40 bis 60 Menschen einem entsprechenden Aufruf. Der Protest richtete sich vor allen gegen Gentrifizierung. Gentrifizierung bedeutet die Aufwertung eines Stadtteiles oder entsprechende politische Entscheidungen, die arme Menschen vertreiben, weil sie sich den Verbleib nicht mehr leisten können. Die Aufrufenden wollten sich nicht länger "einengen lassen" und kündigten an zurückzuschlagen. Man wolle "die Jenaer Innenstadt nehmen" und seine Wut auf die Straße tragen, schrieben die Autor*innen. Lasst die Stadtpolitik und private Immobilienspekulant*innen spüren, dass alltägliche Verdrängung nicht unwidersprochen bleibt. Beispiele in den letzten Jahr...
Querdenken-Demonstration und antifaschistischer Protest: „Wir impfen euch alle“
Allgemein, Politik, Regional (Jena), Schlagzeilen

Querdenken-Demonstration und antifaschistischer Protest: „Wir impfen euch alle“

Jena. Es ist der 9. November. Ein Schlüsseltag der deutschen Historie. Der Tag steht für die dunkelste Stunde der deutschen Geschichte, mit der Pogromnacht begann der Holocaust, die Massenvernichtung von Jüd*innen in großen Teilen Europas. Gleichzeitig ein wichtiger Tag in der Erzählung der politischen Wende in Deutschland. Am 9. November ist die trennende Mauer zwischen Ost- und Westblock gefallen. Deutschland begann den Prozess der Wiedervereinigung. Ein doppelter Gedenktag. Dieser Umstand scheint manchen in Vergessenheit geraten zu sein. In den Jenaer Straßen finden in den Abendstunden Konzerte statt. Keine Konzerte der Unterhaltung – es sind Gedenkveranstaltungen der Initiative "Klang der Stolpersteine". Am Nachmittag fand bereits eine Gedenkkundgebung an die Pogromnacht vor der Jung...
Die Nachgeborenen: Jena gedenkt der Novemberpogrome 1938
Allgemein, Feuilleton, Regional (Jena), Schlagzeilen

Die Nachgeborenen: Jena gedenkt der Novemberpogrome 1938

Jena. Am heutigen Montag, dem 82. Jahrestag der sogenannten Reichsprogromnacht am 9. November 1938, gedenken zivilgesellschaftliche Initiativen zusammen mit der Jenaer Öffentlichkeit der Nazi-Verbrechen gegen Jüd*innen. Die Junge Gemeinde (JG) Stadtmitte hielt am Nachmittag eine Gedenkveranstaltung an der Holzskulptur in der Johannisstraße ab und ließ dort eine Audio-Collage mit Gedichten und Liedern jüdischer und antifaschistischer Künstler*innen erklingen, darunter Paul Celans Gedicht "Todesfuge" und Bertolt Brechts Mahnung "An die Nachgeborenen". https://www.youtube.com/watch?v=m2rCM09ougk Auch die Konzerte an den Stolpersteinen Jenas, die von der Initiative "Klang der Stolpersteine" jährlich organisiert werden, finden heute statt. Auf der Webseite der Initiative lassen sich ei...
Der rechte Anschlag in Halle jährt sich zum ersten Mal: Kundgebung in Jena
Allgemein, Regional (Jena), Schlagzeilen

Der rechte Anschlag in Halle jährt sich zum ersten Mal: Kundgebung in Jena

Jena. Am Holzmarkt fand am Freitagabend eine Kundgebung der Sozialistischen Jugend Deutschlands (Falken) statt, die an den antisemitischen, rassistischen und antifeministischen Anschlag auf eine Synagoge und einen Dönerimbiss in Halle erinnerte, der vor einem Jahr an Jom Kippur verübt wurde. Dem geständigen Täter war es nicht gelungen, gewaltsam in die Synagoge einzudringen. Er erschoss daraufhin die Passantin Jana Lange, die ihn konfrontierte, und den Gast eines nahe gelegenen Dönerimbisses, Kevin Schwarze. In ihrem Eingangsbeitrag stellten die Falken insbesondere das fehlende Bewusstsein für weit verbreitete rechte Gesinnungen heraus, auch mit Blick auf den rassistischen Anschlag auf eine Shishabar in Hanau im Februar dieses Jahres. "Wie lange noch wird das Wort 'Einzelfall' im Plur...
Der 2. Oktober 1990: Ein Tag der Gewalt
Allgemein, Schlagzeilen, Überregional

Der 2. Oktober 1990: Ein Tag der Gewalt

Wir schreiben das Jahr 2020. Der deutsche Nationalismus blüht. Aber nicht nur Rechtsextreme, sondern auch Konservative, Liberale und Sozialdemokrat*innen beteiligen sich rege daran, zumindest wenn es um Verfassungspatriotismus, "sichere Grenzen" und die deutsche Wiedervereinigung geht. Anlässe wie der 30. Jahrestag der Wiedervereinigung am morgigen 3. Oktober dienen gerne der Rückbesinnung auf die Errungenschaften der vermeintlich zusammengewachsenen Kulturnation. Dabei bleibt die Programmatik der Bürger*innenrechtsbewegung in der DDR häufig außen vor, einen demokratischen Sozialismus zu schaffen. Die taugt nicht zur nationalen Erinnerung. Genauso wenig der ostdeutsche Rechtsextremismus jener Jahre. Jetzt meldet sich eine neue Initiative zu Wort, die das Narrativ einer "Friedlichen Re...

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